Google-Steuer in Frankreich

By 2010/01/08Medien, Wirtschaft

Nach der Einführung härterer Strafen für Raubkopierer im Herbst, hat Frankreichs Regierung nun die so genannte Google-Steuer vorgelegt. Großunternehmen wie Microsoft, AOL, Yahoo und Facebook sollen demnach Steuern auf Werbeeinkünfte abtreten müssen.

Patrick Zelnik, der Gründer des Plattenlabels Naive, das unter anderem Alben der Präsidentengattin Carla Bruni produzierte, führte die Untersuchung und den Zelnik-Bericht an. Die Komission wurde von Präsident Nicolas Sarkozy ins Leben gerufen. In dem abschließenden Bericht wird vorgeschlagen, Abgaben auf Suchmaschinen, Online-Werbung und Streaming-Seiten zu erheben. Mit den Einnahmen soll der Schaden, der durch illegale Downloads jährlich entsteht, aufgefangen werden. Zusätzlich werde eine Verbesserung der legalen Download-Möglichkeiten überprüft. Auch die Unterstützung von journalistischen Nachrichtenportalen sollen mit den Steuereinnahmen subventioniert werden.

Der Vorschlag des Zelnik-Berichts ist, dass Plattenfirmen nicht nur neue Abgaben zu bezahlen haben, sondern ihr gesamtes Angebot auch online zu Verfügung stellen müssten. Streaming-Seiten könnten darauf zugreifen, müssten aber einen Teil ihrer Einnahmen an die Plattenfirmen zurückführen. Die Sacem, die das französische Pendant der GEMA ist, schlug die Abgabe für Suchmaschinen vor. Die SACD (Société des Auteurs et Compositeurs Dramatiques), die der VG Wort gleichzusetzen ist, schlug wiederum die Besteuerung von Online-Werbung vor. Zusammengefasst in dem Bericht, muss die französische Regierung in den kommenden Wochen über eine Einführung entscheiden. Präsident Nicolas Sarkozy sprach sich bereits für die Einführung der Google-Steuer aus.

Links:

Artikel auf ZDNet.de

Artikel der Süddeutschen Zeitung

Artikel der Financial Times Deutschland

Artikel Le Monde

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