Münchner Wirtschaftstag 2009 fordert mehr Mut und Kreativität

By 2009/09/18Politik, Wirtschaft

München, 18.09.2009 – Am gestrigen Münchner Wirtschaftstag 2009 des Wirtschaftsbeirat Bayern ging es vor allem um die Frage, wie der Wirtschaftsstandort München noch weiter gestärkt werden kann. Rund 180 Teilnehmer auf dem Münchner Wirtschaftstag diskutierten und erarbeiteten in sechs Gruppen Vorschläge an die Politik. In den einleitenden Vorträgen beschrieben der Münchner CSU-Vorsitzende, Staatsminister a.D., Dr. Otmar Bernhard, MdL und der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, Staatsminister a.D. Erwin Huber, MdL in welcher Situation die Münchner und die deutsche Wirtschaft in der augenblicklichen Krise ist. Erwin Huber forderte in diesem Zusammenhang u.a. eine stärkere Entlastung für Familienbetriebe bei der Erbschaftssteuer.

Erwin Huber fordert Entlastungen für Familienbetriebe

Erwin Huber: "Weniger Erbschaftssteuer für Familienbetriebe"

Der Zukunftsforscher Gerd Gerken warnte die Teilnehmer des Münchner Wirtschaftstags vor der Einstellung, dass man nach de Krise weitermachen könne, wie vor der Krise. Im Gegenteil: Die Wirtschafts hat sich bereits radikal verändert, aber die meisten wirtschaftlich handelnden betrachten die Vorgänge noch immer nur aus dem Blickwinkel der Betriebswirtschaft.

Die große Gefahr steckt aber in der verborgenen Krise, die sich in drei wesentlichen Entwicklungen manifestiere:

  • Die wachsende Komplexität (zunehmende Unübersichtlichkeit)
  • Die wachsende Kontingenz (springende Willkür)
  • Die wachsende Kinetik (selbstbeschleunigung von Handlungen)

Die drei Entwicklungen beschreiben eine teleopoetische Krise in der wir uns bereits befinden.

Gerken geht davon aus, dass die Ratio-Logik in der Wirtschaft künftig obsolet wird. Vielmehr ist nur durch Mut, kreative Willkür und durch das Vorausahnen von Trends ein neues Wachstum möglich.

Gier steht im Gegensatz zu Mut. Unternehmer müssen wieder mutig sein und die Dinge schaffen, die sie sich erträumen. Wieder Visionen entwickeln und diese umsetzen. Sie müssen die Realität durch ihr Bewußtsein verändern – und das gehe schnell und sehr wirkungsvoll.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Gerd Gerken, der Mittelständler Dr. Eberhard Sasse (Dr. Sasse AG), Sparkassen-Chef Harald Strötgen und Metzgermeister und Stadtrat Geord Schlagbauer über die aktuelle Situation und die Entwicklung des Standorts München. Moderiert wurde die Runde vom ARD-Korrespondenten Peter Althammer (BR). Die Teilnehmer forderten eine verbesserte Bildung und Ausbildung, mehr Bürokratieabbau sowie mehr Mut und Unternehmergeist:

Eberhard Sasse: ” Man muß zeigen, wer die Unternehmer in München sind und was sie alles für diesen Standort leisten. München darf nicht nur als Bussi-Bussi- und Schickeriastandort mit ein paar Großkonzernen gelten.”

Georg Schlagbauer: ” Die Hauptschule muß gefördert werden! Hier wird wirtschaftliches Denken gelehrt. Die Unternehmen müssen sich aber auch einbringen und die jungen Leute für die Handwerksberufe begeistern, damit mit uns nicht irgendwann die Fachkräfte ausgehen. “

Harald Strötgen: ” Man muss aus den Fehlern lernen, aus mangelnder Demut und aus der Gier nach immer mehr. Wir hier in München sind dabei noch ungewöhnlich privilligiert. Als Firmen müssen wir nun auf die Feminisierung der Arbeitswelt reagieren und rechtzeitig Betreuungsmöglichkeiten für Kinder ausbauen.”

Gerd Gerken: ” Teleopoese ist der Megatrend der kommenden 20 Jahre. Wir müssen uns immer wieder selbst überraschen und ständig Neues erdenken. Wir müssen auch die Fenster nach Amerika und Asien aufmachen und sehen, wie kreativ man dort ist. Kollektives Unternehmertum ist gefragt.”

H. Strötgen, Dr. Sasse, Moderator P. Althammer, G. Schlagbauer, G. Gerken (vlnr)

Das Podium auf dem Münchner Wirtschaftstag: Harald Strötgen, Dr. Eberhard Sasse, Moderator Peter Althammer, Georg Schlagbauer, Gerd Gerken (vlnr)

Links:

Wirtschaftsbeirat

Gerd Gerken

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