Facebook: Missachtung jeglicher Privatsphäre

By 2010/01/12Medien

Immer wieder schlagen Datenschützer Alarm, wenn es um die Sicherheit der Daten in sozialen Netzwerken geht. Nun  sorgt ein angebliches Interview mit einer anonymen Facebook-Mitarbeiterin für neuen Wirbel. Demnach wird die Privatsphäre der Nutzer massiv missachtet.

Das Interview, das von dem Onlinemagazin The Rumpus geführt wurde, wurde nicht von Facebook autorisiert. Dennoch besteht die Redaktion auf die Echtheit des Gesprächs mit der Facebook-Angestellten. So sollen die Mitarbeiter des sozialen Netzwerks ein Master-Passwort haben, mit denen sie in jedes beliebige Nutzerprofil klicken und schauen können. Dies war jedoch in vielen Fällen nicht nötig, da die gespeicherten Daten in einer Datenbank gesammelt werden. Diese Datenbank konnte angesehen und durchsucht werden, ohne dass die Mitarbeiter sich in das entsprechende Profil einloggen mussten.

Dass Facebook speichert, wann sich welcher User wo anmeldet, ist hinklänglich bekannt. Laut der anonymen Quelle wird jedoch sehr viel mehr registriert und gespeichert: so soll Facebook Daten sammeln, auf welche Profile von dem Nutzer geklickt wurden und wie oft; welche Fotos angesehen wurden und welche Nachrichten auf den so genannten Walls hinterlassen werden. Auch verschickte und empfangene Nachrichten werden gespeichert, unabhängig davon ob sie gelöscht wurden oder noch in dem Postfach abgespeichert sind.

Das Abspeichern der meist besuchten Profile ist bereits bei der Suchfunktion zu erkennen: statt eine alphabetische Liste der Freunde, die für die Suche in Frage kommen, werden zunächst die genannt, mit der der Facebook-Nutzer die meiste Interaktion hat. „How do you think we know who your best friends are? But that’s public knowledge; we’ve explicitly stated that we record that. If you look in your type-ahead search, and you press “A,” or just one letter, a list of your best friends shows up. It’s no longer organized alphabetically, but by the person you interact with most, your “best friends,” or at least those whom we have concluded you are best friends with.“

Auf die Frage, was mit den Fotos geschieht, die von den Nutzern hochgeladen werden, antwortet die Facebook-Mitarbeiterin, dass das Original zwar nicht gespeichert werde, aber sechs verschiedene Versionen in verschiedenen Größen und Auflösungen.

Im Dezember 2009 hatte Facebook seine Privatsphäre-Einstellungen geändert. Nun kann man von jedem Nutzer Namen, das Profilbild, Geschlecht, Wohnort, Fan-Seiten, Netzwerke und Facebook-Kontakte sehen, sofern er die Einstellung nicht aktiv ändert. Bei der Tech-Gala zur Verleihung der Crunchies Awards sagte Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, dass die verringerte Privatsphäre ein gesellschaftlicher Trend sei. “Menschen sind einverstanden damit, Informationen über sich mit anderen zu teilen und werden immer offener zu immer mehr Menschen. Die sozialen Normen hier haben sich in der Zeit entwickelt.”

Links:

The Rumpus

Artikel auf TechCrunch.com

Artikel des Spiegel

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