Richter und Anwälte: keine Facebook-Freunde

Facebook verbindet Millionen Menschen auf der ganzen Welt miteinander. Doch nun hat die Ethikkommission des obersten Gerichtshofs im US-Bundesstaat Florida entschieden, dass Richter und Anwälte keine Facebook-Freunde mehr sein dürfen. Sie könnten so ihre Unvoreingenommenheit verlieren.

In einer kürzlich veröffentlichten Richtlinie werden die Juristen aufgefordert, Freundschaften auf solchen sozialen Plattformen zu meiden, da dies ein schlechtes Licht auf die professionelle Zusammenarbeit im Gericht werfen könne: „While judges cannot isolate themselves entirely from the real world and cannot be expected to avoid all friendships outside of their judicial responsibilities, some restrictions upon a judge’s conduct are inherent in the office. (…) Irresponsible or improper conduct by judges erodes public confidence in the judiciary. A judge must avoid all impropriety and appearance of impropriety. A judge must expect to be the subject of constant public scrutiny. A judge must therefore accept restrictions on the judge’s conduct that might be viewed as burdensome by the ordinary citizen and should do so freely and willingly.”

So könne ein Anwalt den Richter durch die bestehende Facebook-Freundschaft in seiner Entscheidung beeinflussen. Dank der neuen Verordnung bleibt befreundeten Richtern und Anwälten also nur noch eine Möglichkeit der Freundschaft: die traditionelle, ohne Facebook.

Links:

Verordnung der Ethikkommission des obersten Gerichtshofs im US-Bundesstaat Florida

Artikel der Süddeutschen Zeitung

Kommentar im Wall Street Journal

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